Wer studiert(e) Germanistik, Geschichte, Kunst oder andere Geisteswissenschaften?

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Amantine Dudevant

Guest
Ich überlegte mir, ob ich wieder studiere, allerdings nicht das, was unbedingt Geld bringt, sondern das, was richtig Spaß macht und meinen Bedürfnissen entspricht.

Ich lebe 17 Jahre in Deutschland, habe aber den Eindruck, dass ich das Land immer noch nicht "intim" kenne. In diesem Zusammenhang dachte ich, dass ein Germanistik- oder Geschichte-Studium hier nützlich sein könnte.

Allerdings höre ich gerade über diese Fächer viel negatives. Wer die Fächer studiert hat, behauptet, es sei verlorene Zeit gewesen und würde mir auch nichts bringen - weder finanziell noch geistig.:confused:

Wenn diese Leute recht haben, welchen Weg gibt es noch?
 

weltenbummler

New member
Ich studiere Informatik und Politik auf Lehramt, habe also auch noch Pädagogik als Fach dabei.
Nun, in Geschichte beschäftigst du dich nicht nur mit der deutschen Geschichte, und ob dir die Münzkunde der römischen Zeit, das Antike Griechenland, Ausbreitung der Pest im Mittelalter bei dem Verständnis der deutschen weiterhilft würde ich mal anzweifeln. Generell kommt es auch immer sehr darauf an was man aus dem Studium macht und wie sehr man sich reinhängt. Glaube für deine Ziele wäre wenn du denn studieren willst Soziologie besser geeignet.
Aber wenn du mit deutschen aus verschiedenen Gebieten befreundet bist, abends weggehst, in Vereinen bist hast du mehr davon- wenn du dich wirklich auf die Leute und ihre Mentalität einläßt!!

Pro Studium wäre dass du sehr viele neue, junge Leute kennenlernst- darüber kannst du auch viel über den Lebensstil kennenlernen- nur ob 19 und 20 jährige jetzt mit dir losziehen wollten wäre ich mal nicht so sicher...
 
A

Amantine Dudevant

Guest
wenn du mit deutschen aus verschiedenen Gebieten befreundet bist, abends weggehst, in Vereinen bist hast du mehr davon- wenn du dich wirklich auf die Leute und ihre Mentalität einläßt!!
Um sich auf die Mentalität einzulassen, muss man deren Wurzeln kennen.

Allein berufsbedingt kenne ich schon viele aus verschiedenen Gebieten, aber sie scheinen mit ihrer Mentalität selbst nicht ganz im klaren zu sein und von der eigenen Geschichte wenig Ahnung zu haben. D. h. sie kennen zwar bestimmte Namen und Ereignisse (manche mehr, manche weniger), können dieses Wissen aber mit ihrer Mentalität nicht in Einklang bringen. Sie wissen nicht, wo ihre Wurzeln sind und welche Aufgabe ihr Volk auf diesem Planet hat. Ich habe gedacht, es sei eigentlich der Sinn der Geschichte als Wissenschaft - zu verstehen, warum wir/unsere Mentalität zu dieser Zeit und an diesem Ort gerade so und nicht anders ist, und welcher Weg für das Volk bestimmt ist bzw. inwiefern das Volk über sein Schicksal entscheiden kann.

Aber das kann ich nicht genau wissen, da ich die deutsche Geschichte nie studierte.

Ich war auch in Vereinen und bin oft abends weg, habe aber immer noch nicht verstanden, was diese Leute wollen und womit ihre Seelen genährt werden.
 
Zuletzt bearbeitet:

kiun

New member
Hi,

wie ich mitbekommen habe, kommst Du aus Franken. Hier hast Du den Vorteil, dass Du nicht unbedingt antike Geschichte studieren musst, sondern Dich auch nur auf Neuere und Neueste Geschichte spezialisieren kannst. Ich z. B. hab das studiert und arbeite auch weiter in dem Fach.
Deinem Gedanken mit den Wurzeln kann ich nur zustimmen, würde ich vermutlich in einem "fremden" Land auch so angehen, wobei das Reden mit den Einheimischen vermutlich zu 50 % den Rest ausmacht.

Viele Grüße
kiun
 

hollaBackGirl

New member
@george sand

frag dich einfach mal was dir wirklich wichtig ist / im leben u im beruf usw.
erst dann würde ich mich für ein studium entscheiden.
ich würde nicht an die uni gehen- zeitverschwendung...

wenn es dir um den abschluss geht kann ich dir auch fernuni hagen empfehlen- da musst du dir nicht die vorlesungen antun
das machen viele berufstätige menschen für die karriere und ´weiterbildung´

respekt an jeden der soetwas nebenher noch macht!
 

Boyplay

New member
So ein Studium ist auf jeden Fall ein enormer Gewinn für dich - wenn du es mit hoher Selbstmotivation betreibst. Denn da die 68er sich bei ihrem Marsch durch die Institutionen vorwiegend auf diese Bereiche gestürzt und dort jede Auslese und jeden Anspruch als elitär und faschistisch verworfen haben, sind die Prüfungen in diesen Fächern ein Witz.

Ein Geschichtsstudium kannst du in Deutschland infolgedessen im Wachkoma durchziehen - jeder, der nicht völlig schwachsinnig ist, schließt mit einer Eins ab. Nimm es einfach als Chance, dich in einem akademischen Milieu zu bewegen und ergreife von dir aus alle Chancen, Bildung zu erwerben. Steuere von Anfang an auf eine Promotion zu. Wähle eine Top-Uni wie Heidelberg. Dann kanns was werden ;)
 

frontloop

New member
ich würd mir gut überlegen, obs mir wirklich was bringt.

So ein Studium dauert ja schon 4-5 Jahre, + 3-5 Jahre Promotion (in etwa).

Im günstigsten Fall bist du dann 44 Jahre alt.
Damit kannst du es in diesem Bereich wohl vergessen jemals einen Beruf auszuüben, weil:
1. Es gibt deutlich jüngere Absolventen (und von denen mehr als genug)
2. Leute in deinem Alter haben sehr viel Berufserfahrung.


Dann denk auch an mögliche Studiengebühren von ca. 500EUR pro Semester.


Auch wenn Geldfragen hier in Deutschland verpönt sind: Wie kannst du dir ein Studium leisten? Ich mein, mit 37 arbeitet man ja normalerweise und wird nicht (mehr) von den Eltern unterstützt.
Und Studium und Vollzeit (!)-Arbeit lassen sich nicht, Teilzeitarbeit nicht immer vereinbaren.
 
A

Amantine Dudevant

Guest
Vielen Dank für eure Antworten.

@HollaBack Girl:
zu deinem Kommentar: Streetgame ist heutzutage leider kein effektives Instrument um die deutsche Welt zu erkunden. Denn auf der Strasse siehst du die Deutschen so gut wie nicht mehr:)

@frontloop:
das Ziel des Studiums ist nicht die Ausübung eines Berufs. Den Beruf habe ich schon, aber langsam habe ich vom Fachjournalismus die Schnauze voll. Mein Übersetzungsbüro werde ich auch nicht schließen, davon kann man einigermassen leben.

Wenn @Boyplay es in mit seinem Post (auch teilweise) ernst meint, wäre es eine Lösung.

@Kiun:
Wer ist eigentlich ein Einheimischer? ein Franke? ein Schwabe? ein Sachse?
Oder einfach ein deutschsprachiger?

(Jetzt kommt @Galland und wird uns Separatismus vorwerfen. Ich höre schon seine Schritte.)
 
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exlamento

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Geisteswissenschaften passen gut für journalistische Ambitionen, wo man aber dann wirklich lebenstechnisch drin sein muss. Ansonsten geht "immer" gern was bei Stiftungen, Interessensgemeinschaften, Verbänden und öffentlichen Einrichtungen jeder Art, seien es Museen, Gedenkstätten, Verwaltungen, Institutionen.
Und wirklich etliche weitere Möglichkeiten, da kann man dann schön quasi wissenschaftlichen Dienst machen, Informationsbeschaffung und ausarbeitung, oder Verwaltung, oder Korrespondenz oder Öffentlichkeitsarbeit.


Egal ob man jetzt Germanistik, Soziologie, Philosophie, Politologie whatever hatte.

Oder man bleibt eben an der Uni, wenn man den Akademiker und den Stoff wirklich gefressen hat. Wer diszipliniert konzentriert arbeiten kann mit sehr guter Auffassungsgabe sich vertiefen etc. für den ist eine Promotion oder gar irgendwann Habilitation machbar.

Worauf man auch gut ausweichen kann ist Erwachsenenbildung.

Die Taxifahrerklischees sind jedenfalls Unsinn. Richtig ist, dass solche Studiengänge verdammt vielschichtig werden, manchmal schon im Grundstudium. Studier was technisches auf Diplom und du kommst auf einen zielstrebigen aber auch harten Weg recht sicher in einen gutbezahlten Facharbeiterjob.

Im Bereich der Geisteswissenschaften geht das eben nicht. Man muss erstmal wissen, was man überhaupt dann machen kann, wo es Stellen welcher Art gibt; werft mal einen Blick in den Stellenmarkt der Zeitung. Bei den Handfesten, vernünftigen Stellenangeboten findet sich nix für Geisteswissenschaftler. Ingenieure, Mediziner, Informatiker, der ganze Kaufmännische kram da hats Stellen.
Will sagen: Berufsfindung setzt enorme Eigeninitiative voraus, optimal ist Erfahrungen im Vorfeld im Studium zu sammeln und Vitamin B.
 
Zuletzt bearbeitet:

frontloop

New member
@frontloop:
das Ziel des Studiums ist nicht die Ausübung eines Berufs. Den Beruf habe ich schon, aber langsam habe ich vom Fachjournalismus die Schnauze voll. Mein Übersetzungsbüro werde ich auch nicht schließen, davon kann man einigermassen leben.
Ok. Kann deine Gründe für ein Studium nachvollziehen und grundsätzlich spricht auch nichts dagegen.
Bedenke aber noch dies:
Das Studium kostet Geld (Mindestens den Studentenwerksbeitrag, wenn nicht auch noch Studiengebühren).
Außerdem bist du durch die Vorlesungen zeitlich ziemlich festgelegt.

Vielleicht wäre ein Selbststudium, also sprich das Ausleihen und Lesen von entsprechender Literatur aus der Bibliothek auch eine Alternative.
Weil: Viel billiger, du kannst das lesen was dich wirklich interessiert und du kannst es lesen/lernen wann und wo (und wie) du willst.

Edit: Außerdem nimmst du damit nicht jemandem den Studienplatz weg, der dieses Fach nach dem Abitur zum späteren Geldverdienen studieren will.

Edit 2: Zum Post von oben: Berufserfahrung ist natürlich ein Vorteil.
 

kiun

New member
@ George_Sand

Unter "Einheimischen" verstehe ich hier zu nächst mal den Franken an sich. ;) Der ist für uns Zugereiste schliesslich auch erstmal schwer zu verstehen.

@ all

Grundsätzlich lese ich hier größtenteils eine negative Einstellung gegenüber einem Studium im Allgemeinen und einem Studium der Geisteswissenschaften im Besonderen heraus. Das kann ich beides nicht verstehen. Ich denke erstens, persönliche Bildung, soviel wie möglich, ist nie verkehrt. Und wir leben nun mal in einer Gesellschaft, die diese Bildung durch Zertifikate - oder Unidiplome - bestätigt sehen möchte. Und zweitens sollte man das Studieren, was einem Spass macht und gefällt, dann hat man den meissten Erfolg. Ich selbst habe auch mal ein ganzes Jahr in BWL promoviert, nur weil ich dachte, dass muss ich machen, um einen guten Job zu bekommen. Ich war aber vollkommen unzufrieden, zuerst unbewusst, dann - auch durch dieses Forum und die Persönlichkeitsentwicklung - immer klarer. Jetzt habe ich auf Geschichte umgesattelt, arbeite an einem tollen Forschungsprojekt und verdiene sogar Geld. Mehr als mit BWL. Soweit zum Taxifahren. ;) Also, geht studieren wenn ihr wollt und sucht euch das was euch spass macht. Wenn ihr lieber eine Ausbildung macht, ist das genauso ok. Was in Eurem Privatleben gilt, gilt in vielen Dingen auch im Berufsleben. ;)

Viele Grüße
kiun
 

pixy

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du hast kein geistewissenschaftliches studium? das überrascht mich - naja, auch wieder nicht...;-)

ich finde das eine gute idee. wenn du den deutschen "geist" kennenlernen willst, finde ich germanistik oder philosophie (und dort kontinental philosophie, nicht analytische!!! - leider vom aussterben bedroht) eine sehr gute idee. ich habe deutsch und englisch studiert und schon alleine der unterschied der beiden fachkulturen liess bei mir dutzende von glühbirnen aufleuchten hinsichtlich des deutschen "geistes".

zusätzlich habe ich auch die erfahrung gemacht, dass man sehr viel von einer kultur nicht mitbekommt, wenn man nicht ihr bildungssystem durchlaufen hat. das könntest du also ein wenig kompensieren. du siehst dann auch, wie die deutsche heranwachsende generation denkt. ist ja auch was.

ausserdem: du kannst ja erstmal ein BA machen, sind nur drei jahre, und dann schauen, ob du ein MA weiter machen magst.

vielleicht kannst du dir dann das selbst holen, was du immer bei einem mann suchst: geistreich-tum (naja, das wort gibt es nicht, aber du weisst was ich meine, oder? ;) - und vielleicht auch den einen oder anderen geistreichen professor...hehe.)

eine alternative, die wohl für dich und deine lebensführung eher nicht in frage kommt wäre, mal für ein jahr wo anders zu leben als in deutschland. aus der distanz wirst du plötzlich auch einiges bemerken.

also wirklich, kein geistewissenschaftliches studium? tztztzt.
 
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Showman

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Hi George,

Wenn diese Leute recht haben, welchen Weg gibt es noch?
Einen Weg kenne ich: Das ist ein Buch von einem Germansiten, denn Deutschland kann man nicht verstehen wenn man Europa nicht versteht... abgesehen davon verstehen sich die Deutschen eh kaum :D

Es heißt "Bildung" und ist von Dietrich Schwanitz. Ein extrem eloquenter Schriftsteller der viele voneinander unabhängige Geschichtliche Ereignisse in einen logischen Zusammenhang bringt. Hier der Link:

http://www.amazon.de/Bildung-Alles-was-man-wissen/dp/3442151473/ref=sr_1_2/303-4886156-7094634?ie=UTF8&s=books&qid=1193236081&sr=1-2

und viel Spass beim Lesen... ich verspreche dir dass du ihn haben wirst!

Gruß

Showman
 

Alex_S

New member
Dann will sich der Foren-Mod auch mal äußern...:)
Politik mit Literatur und Philosophie als Nebenfächer.

Politik im Schwerpunkt Sicherheit und Verteidigung, Philosophie so gut wie nur Wissenschaftstheorie und Erkenntnistheorie und Literatur fast nur Moderne und PostModerne...

Fragen also immer gerne...Wobei ich gleich sagen muss das ich das Ansinnen den " teutschen Geist" in der Uni zu treffen a) für etwas kitschig und b) für hoffnungslos romantisch halte... Aber so sind´se ja auch etwas die Ost-Mädels :)

MfG Alex
 
A

Amantine Dudevant

Guest
@pixy

nein, ein abgeschlossenes GW-Studium habe ich nicht. In St .Petersburg 2 Jahre Bibliothekswesen/Japanologie nach dem technischen Gymnasium, dann musste ich auswandern, Fachakademie bei der Uni Erlangen (dort hatten wir den Studentenstatus), Übersetzer/Dolmetscher, Englisch/Deutsch/Russisch, Bereiche Technik/Wirtschaft, 600 Bewerbungen, Null Erfolg, 1 Jahr Volontariat +Außendienst, 10 Jahre Fachjournalismus/Objektleitung. Also ziemlich "geistlos".
 
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weltenbummler

New member
Mit auf andere Personen/Mentalitäten einlassen meine ich schlichtweg dass du deinen Charakter Zurücknimmst und eher in eine Beobachtende, Fragende Position gehst- dafür muss man auch nicht studieren ;-) Wenn du Personen mit deinem Temprament/Charakter überrollst kannst du sie vielleicht führen, aber nicht kennenlernen. Was die "deutsche Seele" nährt wirst du glaube ich weniger im Germanistik studium erfahren- suche dir lieber ein paar "deutsche Freunde", mit der Zeit werden sie auch über ihre Ängste, Hoffnungen, Bedürfnisse, Ziele etc. sprechen. Aber in der Hinsicht sind viele relativ verschlossen. (Geht mal zu einer Person im Bus und fangt an sie über ihre Beziehung auszufragen, ihr werdet im best case als als seltsamer Kauz, im schlimmsten Fall als Stalker wahrgenommen. Wenn ihr das gleiche in China, Indonesien etc macht ist es stink normal- dort werdet ihr andauernd angesprochen)
Will dich ja nicht von deinen studienplänen abbringen, glaube nur nicht das du dafür die Richtige Zielstellung hast und dass du zuviel Zeit& Geld für letztlich nichts investierst.
 

Alex_S

New member
Sagen wir es mal so....
In meinem Studium habe ich auf einen großartigen Menschen mit tollen Gedanken und präzisen Schlußfolgerungen min. 25 Studis getroffen die dachten das Ihre unbelesene, unreflektierte und populär-kritische Meinung auch nur irgendwen interessiert, oder das sie sogar von Wert sei. Fataler Trugschluß...

Was Du an der Uni ständig treffen wirst sind dümmliche Labertaschen die Sätze wie "Die USA machen das wegen des Öl´s" oder "Das ist eine logische Konsequenz des Kapitalismus" oder mein Favorit "Wir leben eh alle in unserer eigenen Realität", von sich geben und ihnen gar nichts dabei auffällt....

Solltest Du zu den Menschen gehören die reden wichtiger als zuhören finden und dem Trugschluß aufsitzen das eine Meinung etwas sei das Wert hat, und Deine aus irgendeinem Grund besonders gehör verschafft werden sollte. dann wirst Du viel Spaß an der Uni haben.
Solltest Du jedoch denken das man besser erstmal die Klappe hält und zuhört, dann nachdenkt, nochmal zuhört erneut nachdenkt und dann erst redet. In diesem Fall wirst Du viel lernen...und auch extrem viel über den Zustand deutscher Bildungsjugend in Erfahrung bringen ....

Alex
 

Galland

New member
Von Schwanitz sollte man auch "Der Campus" lesen, um zu verstehen, was an deutschen Universitäten tatsächlich passiert ... :rolleyes:

Ich habe nicht nur Wirtschaftswissenschaft studiert (Dipl.-Ök.), sondern parallel auch Geschichte und Politologie bis einschl. Abschluß des Grundstudiums (würde das heute für ein BA reichen ?).

Ach, ja ... Deutschland hat keine Seele. Es ist völlig witzlos, deutsche Geschichte oder gar Germanistik zu studieren, da die Eliten zynisch und die bürgerlichen Mittelschichten ungebildet sind. Wenn Du wissen willst, was in Deutschland sozial, politisch, wirtschaftlich wichtig ist, würde ich mich mehr dem US-Geistesleben beschäftigen, die nicht nur stilprägend sind, sondern auch die Erfahrung einer leicht neurotischen Migrationsgesellschaft voraus haben.

Um zu verstehen, was sich hier in den nächsten Jahren abspielen wird, reicht es aus, sich mit dem demographsichen Wandel zu beschäftigen und den alten Karl Marx zu studieren - letzterem zum Thema *Klassenkampf*, d.h. was die die öffentliche Meinung beherrschende Mittelschicht tun wird, um ihre Besitzansprüche zu verteidigen.

Ansonsten: Mit Mitte 30 zurück an die Uni - das machen nur Loser !:eek:
Wenn dich der Fachjournalismus langweilt, dann suche Dir Neben-beschäftigung im Verein Freunde der italiensichen Oper. Oder gründe eine eigene Firma und geh´damit pleite ... nur nicht wieder studieren und damit sein komplettes Versagen dokumentieren ! :cool:
 

weltenbummler

New member
Deutschland hat keine Seele und USA sind stilbildend? Naja, alle Amis die Stil, Bildung, Kultur, liberale Ansichten demonstrieren wollen schielen weit nach Europa. Ok, in der Mode, Musik sind die USA sicher stilprägend (dennoch von USA beeinflusst, Gucci, Prada, Hermes, Boss, Joop sind immerhin Europäisch!) in vielerlei Hinsicht aber wenn du keine Seele in Deutschland oder den deutschen siehst tuts mir ehrlich Leid für dich.

Mh, wenn ab 30 noch studieren dann einen MBA- ist außerdem sicher interessanter als sich zwischen 19 jährigen in Vorlesungen zu langweilen und doch nicht richtig dazuzugehören

PS. Nein, Bachelor ist mehr als das Grundstudium- ist stundenmäßig undgefähr 2/3 das vom Diplom, vieles ist einfach kompakter im Stundenplan, Prüfungsanmeldungen sind zudem strenger etc.
 
A

Amantine Dudevant

Guest
alleine der unterschied der beiden fachkulturen liess bei mir dutzende von glühbirnen aufleuchten hinsichtlich des deutschen "geistes".
Das ist eben der Punkt: Die Ausländer scheinen die deutsche Kultur (besonders die preußische) mehr zu schätzen und zu lieben, als die Deutschen selbst.

zusätzlich habe ich auch die erfahrung gemacht, dass man sehr viel von einer kultur nicht mitbekommt, wenn man nicht ihr bildungssystem durchlaufen hat.
Welches Bildungssystem? In der Schule oder an der Uni?
Mir kommt es so vor, das Ziel des Schulbildugnssystems sei, 70% des Volkes von seiner Kultur abzutrennen, damit nur die "Elite" den Zugang zu diesen Werten hat.

Selbst in unserer Stadt gibt es so viele kostenlose oder sehr preisgünstige Möglichkeiten, interessant zu leben/denken/kreieren und - im Endeffekt - etwas zu bewegen, aber die meisten können sie nicht nutzen, weil sie es nie gelernt haben. So ein Volk ist natürlich sehr bequem zu regieren, sobald die "Elite" das Kulturmonopol hat.

Das versuche ich immer wieder den Kindern einzutrichten: Wenn ihr gegen den Staat und die Sozialordnung rebellieren wollt, dann durch die Bildung - dann werdet ihr richtig gefürchtet. Manchen aus ihrer Clique gelingt es sogar.

du siehst dann auch, wie die deutsche heranwachsende generation denkt
Was diese Generation denkt, weiss ich leider. :eek: Schließlich sind meine Kinder und mein Ehemann auch deutsch. Muss aber sagen, dass allein dieses Forum mir in der Hinsicht sehr geholfen hat. Ich bin fast täglich hier und lese auch Themen aus "altersfremden" Bereichen. Das alles lernt man an der Uni natürlich nicht:)

@Galland:
Wenn du schon einen französischen Nick hast, dann erkläre, warum die Franzosen eine Seele haben (dürfen), und die Deutschen nicht?
 
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